Erfolgreich Spinnfischen auf Hecht

Ein Bericht von Mario Lange

Wenn ich am Wochenbeginn auf meiner Website oder in den verschiedenen Foren von den Fängen des vergangenen Wochenendes berichte, dann werde ich von vielen Kollegen gefragt, wie ich das immer mache, dass ich so viele schöne Hechte fange. Ich sage dann immer, dass es relativ einfach ist, wenn man sich ein wenig in die Materie reindenkt und versucht seinen Zielfisch zu verstehen.

In diesem Bericht werde ich erklären, worauf es meiner Meinung nach beim erfolgreichen Spinnfischen auf Hecht ankommt.

 

Die Ausrüstung…

Zunächst möchte ich einmal die Ausrüstung betrachten, die Sie für das erfolgreiche Spinnfischen auf Hecht benötigen.  Prinzipiell gilt: Rute und Rolle sollten aufeinander und vor allem auf den Einsatzort sowie die Angelmethode abgestimmt sein.

Spinnfischen vom Ufer: Wenn Sie mit der Spinnrute vom Ufer aus Fischen, dann empfehle ich Ruten mit einer Länge von 270cm bis 300cm und einem Wurfgewicht von 15-50 Gramm. Lange Ruten ermöglichen Ihnen eine größere Wurfweite. Besonders eignen sich Stationärrollen, weil damit auch ungeübte größere Wurfweiten als wie mit Bait-Cast-Rollen erreichen können.

Spinnfischen vom Boot / Belly Boot: Für das Spinnfischen vom Boot bzw. Belly Boot empfehle ich Ruten mit einer Länge von 180cm bis 240cm und einem Wurfgewicht zwischen 15-50 Gramm. Kurze Ruten haben in den meisten Fällen auch ein kurzes Griffstück und dieses stört somit beim auswerfen und führen der Köder nicht. Zusätzlich kann man mit kurzen Ruten sehr exakt arbeiten, sprich den Köder exakt führen. Hier können sowohl Stationär- als auch Bait Cast Rollen zum Einsatz kommen.

Spinnfischen mit Jerkbaits: Zum Fischen von Jerkbaits eignen sich steife Ruten mit einem Wurfgewicht von 50-150 Gramm. Die hohen Wurfgewichte der Rute kommen deshalb zustande, weil Jerkbaits meist ein sehr hohes Eigengewicht besitzen.  Es eignen sich besonders Bait Cast Rollen.

Spinnfischen mit Twitch-Baits: Für das Spinnfischen von Twitchbaits empfehle ich ihnen Ruten mit einer Länge von 180cm bis 240cm und einem Wurfgewicht von 15-50gr. Selbstverständlich können Sie aber auch Ihre Jerkbaitrute verwenden. Hier können wieder Stationär- oder Bait Cast Rollen zum Einsatz kommen.

Sollte ihr Budget nicht ausreichen, so dass Sie sich für alle Situationen eine passende Spinnrute kaufen, ist das überhaupt kein Problem. Dann empfehle ich Ihnen eine Allround-Spinnrute mit einer Länge von 250cm bis 270cm und einem Wurfgewicht von 20-70gr. Mit dieser Rute sind Sie gut auf alle Situationen vorbereitet.

Mein Tackle zum Hechtfischen:

  • Shimano Antrares Special Progressive 210cm WG 7-28gr, Shimano Twin Power 4000 SWA, Power Pro
  • Shimano Aspire Cx 300cm WG 20-50gr, Shimano Twin Power 4000 FC, Power Pro
  • Shimano Lesath BX 240cm WG 14-40gr, Shimano Twin Power 4000 SWA, Power Pro
  • Shimano Yasei Vertcal Jigging 180cm WG 14-34gr., Shimano Stella 3000 FE, Power Pro
  • Shimano Beastmaster 210cm WG 20-50gr., Shimano Shimano Sustain FG, Power Pro
  • Xzoga Taka Si 6012 , Shimano Twin Power 4000 SWA, Xzoga Taka PE
  • Xzoga Shitenno Genbu 60H2, Quantum Smoke Spin 30, Xzoga JIGGING PE MMS10²
  • Xzoga Japan Style S75MH2, Penn Battle, Power Pro

Zusätzlich zur passenden Rute und Rolle benötigen Sie noch weiteres Zubehör um erfolgreich zu sein.

Polarisationsbrille: Das wahrscheinlich wichtigste Zubehör zum Spinnfischen überhaupt, ist die Polarisationsbrille. Die Polarisationsbrille reduziert die Spiegelung an der Wasseroberfläche auf ein Minimum und somit lassen sich Hindernisse unter der Wasseroberfläche erkennen, Räuber leichter ausmachen und Nachläufer früher erkennen. Außerdem schütz sie das Auge vor schädlichen Sonnenstrahlen und Haken!

Wathose: Ebenfalls ein sehr nützliches Hilfsmittel ist die Wathose, denn mit der Wathose können Sie Stellen befischen die sie vielleicht sonst nicht erreichen können. Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, Hänger in Ufernähe zu lösen.

 

Die Köderbox

Um optimal auf eine Vielzahl von Situationen vorbereitet zu sein, muss man nicht 100 verschiedene Köder dabei haben. Oft reicht eine Handvoll an unterschiedlichen Modellen vollkommen aus, wenn Sie an einem Gewässer fischen. Folgend werde ich jene Kunstköder näher beschreiben, die ich eigentlich an fast allen Gewässern einsetze und die mir den Erfolg bringen.

Savagear 4-Play: Egal an welches Gewässer ich auch fahre, der 4-Play von Savagear ist immer mit von der Partie. Den 4-Play gibt es in unterschiedlichen Größen (9cm, 13cm und 19cm), Tauchschaufelausführungen (ohne, klein und groß) Farben und Mustern. Ich persönliche bevorzuge fast das ganze Jahr über, eher grelle und sehr auffällige Farben. Der 4 Play lässt sich auf unterschiedliche Arten führen.

Wer sich über die Köderführung keine Gedanken machen will, der kann den 4-Play als Crankbait benutzen und diesen einfach durchkurbeln. Durch seine Konstruktion bedingt, entwickelt der 4-Play einen  Schlangenlinienförmigen Lauf durchs Wasser. Räuber die auf der Jagd sind können so, kaum widerstehen. Der 4-Play lässt sich auch hervorragend Twitchen. Kleine und große Schläge gepaart mit vielen Stops, machen den 4-Play unwiderstehlich für alle Räuber.

Savagear 4-Play-Soft: Die Soft-Variante des 4-Plays ist mein absoluter Geheimtipp. Mit keinem anderen Köder habe ich vergangenes Jahr mehr Hechte fangen können, als wie mit diesem. Die Stärke des 4-Play-Soft liegt darin, dass man ihn wie ein sterbendes Fischlein führen kann und das man ihn dort präsentieren kann wo man mit anderen Kunstködern nicht hinkommt (Bäume, Sträucher, Kraut, Steganlagen, etc.). Probiert ihn aus und ihr werdet staunen!

Monarch Lures “Queen of Liverpool”: Wenn ich einmal tiefere Stellen befischen muss, dann kommt bei mir die “Queen of Liverpool” von Monarch Lures zum Einsatz. Das natürliche und gleichzeitig aufreizende Schwimmverhalten der Queen lässt die Hechte teilweise verrückt werden.

Monarch Lures “TNT”: Sein Name ist Programm! Speziell in den Herbst- und Wintermonaten spielt der „TNT“ von Monarch Lures seine Vorzüge aus. Während dieser Jahreszeit lassen sich beachtliche Ergebnisse erzielen wenn man diesen Jerkbait richtig benutzt.

Rapala Shad Rap: Der Shad Rap von Rapala ist einer der Klassiker der meiner Meinung nach in keiner Köderbox fehlen darf. Er läuft sauber und bringt vor allem im Freiwasser immer wieder schöne Hechte.

Rapala DT10: Der Rapala DT 10 (engl. „Dives To“) kommt bei mir immer dann zum Einsatz wenn ich sehr schnell große Wassertiefen erreichen muss. Auch Zander lieben diesen Wobbler sehr.

Storm Live-Kickn-Shad: Der Live-Kickn-Shad von Storm ist ein Softbait, den man im Gegensatz zum 4-Play-Soft auch in tieferen Wasserschichten führen kann. Ihr könnt ihn einfach durchkurbeln oder mit kleinen Schlägen führen.

Effzet Blinker: Der wohl bekannteste aller Blinker darf in der Köderbox natürlich nicht fehlen. Der Effzet Blinker hat schon vor 50 Jahren Hechte gefangen und wird es in 50 Jahren immer noch.

Mepps Spinner: Ebenso darf ein Mepps Spinner nicht fehlen.

Wie Ihr sehen könnt, kommen bei mir vorwiegend größere Köder zum Einsatz. Ich bin einfach davon überzeugt, dass große Köder eher einen großen Hecht bringen als ein kleiner Köder.

 

Taktik & Technik

Um erfolgreich Hechte zu fangen, sollte man sich zuerst einmal ein paar grundlegende Gedanken machen, wie z.B.:

  • Wie befische ich einen Hot-Spot richtig?
  • Was sind überhaupt Hot Spots?

Folgend werde ich auf diese und weitere Fragen näher eingehen.

Hot Spot:

Über die Jahreszeit hinweg stehen Hechte gerne an bestimmten Stellen, für uns sind das die sogenannten „Hot Spots“. Hot Spots können umgestürzte Bäume, über dem Wasser hängende Sträucher, Seerosenfelder, unterspülte Ufer, Steganlagen, Brücken, etc. sein. Hat man solch einen Hot Spot ausgemacht, dann stehen die Chancen sehr gut, dass ein Hecht an den Haken geht.

Doch wie befischt man so einen Hot Spot richtig? Hier trennt sich meiner Meinung nach die Spreu vom Weizen. Ein bedachter Angler wird weit mehr Bisse bekommen als einer der einfach darauf los fischt.

Bevor Sie den Hot Spot befischen sollten Sie zunächst einmal in Ruhe den Bereich um den Hotspot herum abfischen. Oft stehen die Hechte abseits des Hot Spot um ihrer Beute aufzulauern. Es ist gut möglich, dass Sie hier schon den ersten Biss bekommen. Im Anschluss daran können Sie den Hot Spot direkt befischen. Jetzt sollten Sie sich darüber Gedanken  machen, welchen Köder sie einsetzten. Das ist natürlich vom Hot Spot abhängig. Befischen Sie z.B. einen umgestürzten Baum so empfiehlt es sich weniger mit einem Blinker zu fischen als wie mit einem schwimmenden und flach laufenden Wobbler. Sie werden sonst vermutlich sehr bald im Baum hängen bleiben.

Ich bevorzuge zu Beginn den Hot Spot mit eher leisen und unauffälligen Ködern zu befischen. So habe ich auch Chancen die eher scheuen, die auch meistens die größeren Exemplar sind, zu fangen. Erst danach fische ich mit auffälligen Kunstködern. Zusätzlich versuche ich soweit es möglich ist, alle Wasserschichten von der Oberfläche bis zum Grund zu befischen.

Haben Sie all dieser Schritte befolgt, so haben Sie alles richtig gemacht und können mit der maximalen Ausbeute des Hot Spots rechnen.

Zusammengefasst heißt das:

  1. Zuerst gezielt den Bereich um den Hot Spot herum abfischen.
  2. Auswahl der passenden Kunstköder.
  3. Beginnen Sie mit eher und unauffälligen und leisen Kunstköder.
  4. Versuchen sie alle Wasserschichten zu befischen, von der Oberfläche bis zum Grund

 

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg beim Hechtfischen!

Euer Mario Lange