Sessions & Reisen

Hier finden Sie spannende und Informative Berichte über unsere Sessions und Reisen. Mit diesen Berichten wollen wir unsere Erlebnisse mit Ihnen teilen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim lesen!

 

36 Grad, was soll da schon beißen?

Ein Bericht von Mario Lange

Freitagnachmittag, 36 Grad. Was soll da schon beißen? Aller Zweifel zum Trotz packte ich mein Tackle und fuhr an die Donau (Revier Kronau der ÖFG) um den kampfstarken Donauhechten nachzustellen. In der Kronau angekommen präsentierte sich das Revier wieder einmal von seiner schönsten Seite. Traumhafte Seerosenfelder -versunkene Bäume – Vogelschwärme – Natur pur, egal wohin ich blickte. Es kann ja nur klappen dachte ich mir und so machte ich mich ans Werk!

Bestückt hatte ich meine Spinnrute mit einem der neuen Soft-4-Plays von Savagear, welche mir in den vergangenen Wochen schon sehr schöne Erfolge brachten. Aber irgendwie lag der Wurm drinnen. Meine Top Plätze, die normalerweise immer einen oder zwei Hechte brachten, waren an diesem Tag Fischleer. Nicht einmal einen Nachläufer bekam ich zu Gesicht. Auch meine anderen Köder und einen Taktikwechsel verschmähten sie. Das kann es nicht sein dachte ich mir und so beschloss ich in die Dunkelheit hinein noch ein wenig auf Waller zu fischen.

Zuerst montierte ich einen 19cm langen Wobbler und fischte mit diesem die versunkenen Bäume ab. Jedoch ohne Erfolg. Danach kam ein Spinner zum Einsatz. Vielleicht reagieren sie ja auf besser auf mehr Druckwellen dachte ich mir. Aber auch der Spinner brachte keinen Erfolg. Im Anschluss montierte ich einen handgemachten Blinker mit Oktopusschwanz. Diesen hat mir ein Bekannter aus dem Saarland, der sich auf den Bau von Wallerblinkern spezialisiert hat, gebaut. In der mittlerweile eingetretenen Dunkelheit präsentierte ich den Oktopusblinker mit einem lauten Aufklatschen, so wie es sein sollte.

Beim ca. 15. Wurf bekam ich einen gewaltigen Biss, welchen ich gleich mit einem harten Anschlag quittierte. Sofort begann der Waller mit seiner Flucht. Unaufhaltsam schwamm er die ersten Meter in Richtung der versunkenen Bäume, bis ich ihn nach gefühlten 50 Metern mit meiner Shimano Twin Power 4000 FC ausbremsen und zu mir zurückpumpen konnte.

Das Spiel wiederholte sich einige Male. Kaum hatte ich den Waller beim Boot, begann er die nächste Flucht. Ungewöhnlich war, das die Fluchten immer länger und kraftvoller wurden. Nach guten 20 Minuten zeigte sich der Waller das erste Mal im Schein der Taschenlampe. Jetzt war mir klar, dass ich einen gewaltigen Fisch an der Rute hatte. Umso wichtiger war es mir nun, den Fisch sicher zu landen, was aber vom Pontoon Boat gar nicht so leicht ist. Mit einem beherzten Griff packte ich den Waller im Maul und fuhr mit ihm in Richtung Ufer, was in der Kronau kein leichtes Unterfangen ist. Jeder der die Kronau kennt, weiß wovon ich spreche.
Uferplätze sind eine Rarität.

Alles in allem war es wieder einmal ein Drill auf Biegen und Brechen, der mich daran erinnert hat, wieso ich gerne auf Waller fische. Es ist einfach beeindruckend welche Kampfkraft Waller aus heimischen Gewässern haben. Respekt!
Beim Vermessen des Wallers zeigte das Maßband 202cm! Bis heute mein größter österreichischer Waller!

Selbstverständlich wurde der Fisch zurückgesetzt!